Stars in Golz­heims Ma­ne­ge

Golzheim. Es ist dunkel in der Manege. Stimmungsvolle, sanfte Musik schallt aus den Lautsprechern. Plötzlich strömen viele bunte Tücher in den Raum. Ein phantastischer Tanz beginnt. Hoch in die Luft und rundherum wirbeln die leuchtenden Farben. Die Kindergartenkinder der Villa Wichtel aus Girbelsrath und der KiTa Bürgewald aus Morschenich machen den Anfang beim Mitmachcircus Laluna, der für eine Projektwoche an der Johann-Kaspar-Kratz-Grundschule in Golzheim seine Zelte aufgeschlagen hat. Zwei Stunden lang begeistern die Schülerinnen und Schüler aller Klassen mit atemberaubender Artistik, komischen Clowns und traumhaften Tänzen, die sie während der Projektwoche in Rekordzeit von drei Tagen fleißig geprobt und einstudiert hatten.

Hoch in der Luft auf einem Mond unter der Zirkuskuppel schwebt das kleine Mädchen Luna und schläft, denn alles, was nun im Zirkus geschieht, ist eigentlich ihr Traum – ein wunderbarer Traum mit vielen glitzernden Facetten. Die Erstklässler stehen schon in den Startlöchern, um ihre Darbietungen zu zeigen. Sie präsentieren einen Tanz in Schwarzlicht: Mit farbenfrohen Fischen, leuchtenden Bändern und bunten Blumen zaubern sie eine schillernde Unterwasserwelt mitten in die Manege. Es folgen die „Hochseil“-Artisten mit ihren Kunststücken. Auch wenn das Seil nur knapp einen halben Meter über dem Boden schwebt, die Artisten zeigen ihre Raffinesse aufs Höchste konzentriert. Balance und Anmut sind gesetzt, wenn die Seiltänzer mal mit Tüchern, mal mit Reifen und zum Schluss gar mit einer Leiter beeindruckende Figuren auf dem Seil präsentieren. „Was wäre der Zirkus ohne Clowns?“, fragt nicht nur Zirkusdirektor Mike. Gleich acht an der Zahl bietet der Zirkus Laluna in Golzheim. Und dass sie tatsächlich komisches Talent haben, beweisen sie während der Vorstellung insgesamt vier Mal. In ihren bunten Kostümen und ihren gestenreichen Darstellungen haben sie so manchen Lacher auf ihrer Seite. Und so überzeugen sie als verhinderte Hochseilartisten im Tütü ebenso wie als renitente Karriereclowns mit Starallüren.

Wenn aus Würfeln Kaninchenkäfige werden und aus einfachen Blüten eine riesige Blume, dann ist Zauberei im Spiel. Selbstverständlich haben die Kids im Zirkus Laluna noch so manchen anderen Trick auf Lager: Unter Hypnose lassen die Nachwuchsmagier Menschen schweben und „zersägen“ gar eine Zuschauerin vor den Augen des Publikums.

Atemberaubend wird es mit den Fakiren. Auf dem Nagelbrett mit hunderten von spitzen Eisenstiften zeigen die mutigen Künstler, dass Schmerz ein Fremdwort für sie ist. Auch über Glasscherben zu laufen, ist für sie ein Kinderspiel. Heiß wird es anschließend beim Feuerspucken, das die Kinder mit Bravour in die Manege bringen.

Präzision ist bei der Jonglage gefragt: Mit Tüchern und Bällen wissen die Jongleure so manches Kunststück zu offerieren. Highlight im Auftritt dieser bunten Gruppe sind die Darbietungen mit dem Hulahoop-Reifen, die vor allem im Schwarzlicht faszinieren.

Hoch hinaus geht es anschließend mit den Trapezkünstlern. Wie die Profis schwingen sich die Zweit- bis Viertklässler in die Lüfte. Einzeln und zu zweit schweben sie über der Manege und führen akrobatische Figuren vor. Der Atem stockt den Zuschauern, als sie sich todesmutig zu zweit in der Wippe hinunter schwingen. Zum krönenden Schluss sind die Akrobaten an der Reihe. Mit beeindruckender Körperdisziplin beweisen sie wahres Talent. Behände klettern sie auf Leitern, um, oben angelangt, kunstvolle Akrobatik zu präsentieren. Mit dem aus Menschen gebauten Brandenburger Tor punkten sie ebenso wie mit einem Spagat in der Luft.

Zum Schluss nimmt Zirkusdirektor Mike das Mädchen Luna an die Hand, denn nun ist ihr Traum und damit der Ausflug der Zuschauer in die Welt des Zirkus zu Ende. Frenetischer Applaus ist der verdiente Lohn für eine großartige, wie einzigartige Vorstellung. Der abschließende Dank von Schulleiterin Ursula May gilt vor allem den Kindern für ihren außergewöhnlichen Einsatz. „Heute habt ihr bewiesen, dass man etwas Großartiges auf die Beine stellen kann, wenn man im Team arbeitet und einander vertraut.“ Danke sagt sie auch dem Mitmachcircus Laluna, der der Schulfamilie dieses unvergessliche Erlebnis beschert habe. Der größte Dank gilt aber dem Förderverein, der das Projekt Zirkus in monatelanger Arbeit vorbereitet und realisiert hat. Stellvertretend überreicht die Schulleiterin der Vorsitzenden Kim Geisler und Claudia Müller Blumensträuße, ehe die Vorstellung mit dem gemeinsamen Zirkuslied stimmungsvoll zu Ende geht.

Möglich wurde das Projekt vor allem auch durch die Sponsoren: Bauunternehmen FK MassivBau, Edeka Baumann, AutoGalleria, Laurentius Apotheke sowie viele weitere regionale Sponsoren. Unterstützung erfuhr das Projekt zudem von Turnverein, Schützenverein und FC-Golzheim. (Nalini Dias)

Die Merzenicher Flüchtlingshilfe und die Kleiderkammer Merzenich ermöglichten und organisierte die Teilhabe an der Vorstellung sozialschwacher Familien.

Danke an alle Eltern für die tatkräftige Unterstützung während des gesamten Projektwoche! Und ein große Kompliment an unsere kleinen Künstler!

Pressemitteilungen:
Amtsblatt für die Gemeinde MERZENICH 18. Jahrgang · 2. Dezember 2016 Nr.13 Seite 17

 

 

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